Bildung auf einen Blick

Doppeltes Armutszeugnis für das Bildungssystem

Zur der an diesem Dienstag veröffentlichten OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“ sowie der Citrix-Studie zum digitalen Lernen erklärt Margit Stumpp, GRÜNE Sprecherin für Bildungspolitik:

Das Schauspiel ist so bekannt wie düster: Mit jeder neuen Studie wird dem Bildungssystem hierzulande ein Armutszeugnis ausgestellt, die Ergebnisse werden beklagt bis relativiert, doch es ändert sich kaum etwas. Aus diesem unsäglichen Automatismus müssen wir endlich ausbrechen, damit Chancengerechtigkeit kein Lippenbekenntnis bleibt.

Die Citrix-Studie zeigt deutlich, dass Deutschland auch im internationalen Vergleich beim digitalen Lernen längst abgehängt ist und macht den Handlungsbedarf sichtbar: Wir brauchen zwingend und schnell eine digitale Grundausstattung für alle Schulen. Der Digitalpakt Schule muss zwingend mithilfe eines Digitalpakts Plus verstetigt oder wenigstens weitergeführt werden. Und natürlich sind die Lehrkräfte die zentralen Akteure einer gelingenden Digitalisierung der Schulen. Diese müssen entsprechend aus- und weitergebildet und mit einer Bundeszentrale für digitale und Medienbildung unterstützt werden.

Die Studie „Bildung auf einen Blick“ der OECD beweist erneut, dass Deutschland gemessen an seiner Wirtschaftskraft unterdurchschnittlich in seine Bildung investiert. Die anstehenden Haushaltberatungen werden zeigen, ob den vielen Sonntagsreden zum Wert der Bildung auch endlich politische Taten folgen werden. Es lohnt auch der Blick auf die Lehrerinnen und Lehrer: Wir brauchen zum einen eine gemeinsame Initiative von Bund, Ländern und Kommunen, um den schon bestehenden Mangel an Lehrkräften zu beheben, der sich demografisch bedingt auch noch verschärfen wird. Und zum zweiten ist es alarmierend, dass Lehrerinnen und Lehrer nur gut ein Drittel ihrer Zeit wirklich unterrichten, deutlich weniger als im OECD-Schnitt. Mithilfe multiprofessioneller Teams an allen Schulen könnten sie deutlich entlastet werden und hätten mehr Zeit für ihre Kernaufgabe. Finnland darf hier – wieder einmal – als gutes Vorbild angefügt werden, wo zum Teil knapp die Hälfte des Schulpersonals keine pädagogischen Aufgaben erfüllt und den Lehrkräften den Rücken freihält.

Die kommunale Umsetzung ist hier zügig voranzutreiben.

 

Nachlese

Diverse Wahlkampf Gespräche

Mit unseren Bürgern gab es Schwerpunkte auf die wir hier eingehen wollen:

„Die GRÜNEN sind ja gegen Baugebiete“. Antwort: Wir sind für moderate, sozialverträgliche Bebauung und Baulückenschließung, die den dörflichen Charakter erhält. Wir sind für die individuelle Ausweisung von Bauflächen die nicht allein durch Investoren gesteuert werden, sondern durch die kommunale Selbstverwaltung entwickelt werden. Natürlich zu bezahlbaren Preisen, die einen 20 prozentigen sozialen, altengerechten Wohnungsbau ermöglichen und Umweltauflagen immer berücksichtigt.

„ Beim Fluglärm passiert ja auch nichts“: Wir GRÜNEN stehen für ein Nachtflugverbot mit Kernruhezeiten. Eine einvernehmliche Vereinbarung ist nur mit demokratischen Mehrheiten durchsetzbar.

„Radwege Weiterentwicklung, es passiert zu wenig“: Hier streben wir schon lange einen General- Radweg- Entwicklungsplan an, der durch die unterschiedlichen Straßenzugehörigkeiten (Gemeinde, Land, Bund) blockiert werden. Wir hoffen, dass durch die Pandemie hier etwas in Bewegung gekommen ist.

Zu weiteren Themen werden wir hier in den nächsten Ausgaben Stellung nehmen.

Wir wünschen ihnen eine zufriedene, gesunde Zeit.

Gunter Gallasch

Stellv. Fraktionsvorsitzender

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