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Glyphosat – krebserregend oder ungefährlich?

Jeden Tag haben wir Glyphosat auf dem Teller. Der Unkrautvernichter landet über Gemüse und Obst in unserem Körper. Dabei ist das Ackergift, mit dem Konzern-Giganten wie Monsanto Milliarden verdienen, nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation WHO „wahrscheinlich krebserregend“.

Gegen Glyphosat ist inzwischen eine breite Bürgerbewegung entstanden – die schon einen kleinen Erfolg erzielte. Die EU-Kommission verfehlte schon zum dritten Mal die nötige Mehrheit unter den Mitgliedsstaaten für die weitere Zulassung des Pestizids. Eigentlich müsste Glyphosat jetzt ab dem 30. Juni verboten sein. Doch die EU-Kommission will sich einfach über die fehlende Mehrheit unter den Mitgliedsstaaten hinwegsetzen – und allein entscheiden, ob Glyphosat vorläufig erlaubt bleibt.

Allein zu entscheiden, ohne die Mehrheit der Länder im Rücken, ist für die Kommission ziemlich heikel. Ein solches Verhalten würde die EU-Müdigkeit vieler Bürgerinnen und Bürger weiter fördern.

Bereits Ende des Monats muss die Glyphosat-Frage geklärt sein.

Eigentlich dürfte in der EU kein Pestizid zugelassen werden, das als krebserregend eingestuft ist. Das regeln die EU-Pestizid-Verordnung und das Vorsorgeprinzip. Doch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat das Ackergift einfach als ungefährlich deklariert – und dabei die Ergebnisse zahlreicher Studien ignoriert. 96 internationale Wissenschaftler werfen der EFSA deshalb schwerwiegende Fehler bei der Risikobewertung vor.

Doch auch jenseits des Krebsrisikos: es gibt viele andere Gründe, die für ein Verbot des Pestizids sprechen. Es entzieht Insekten und Vögeln die Lebensgrundlage und gefährdet die Artenvielfalt. Es tötet sämtliche Wildkräuter auf dem Acker – und löst in manchen Fällen sogar Resistenzen aus. Die Folge: immer größere Mengen Unkrautvernichtungsmittels werden versprüht. Das Gift wird in unser Grundwasser und unsere Flüsse gespült und lässt sich in vielen Lebensmitteln nachweisen. Hierüber ist sich die Wissenschaft absolut einig.

Können Sie sich erinnern, wie früher in Kornfeldern der rote Klatschmohn blühte? Das war vor dem Siegeszug von Glyphosat – heute macht das Totalherbizid die meisten Felder steril.

Beteiligungen an Unterschriftaktionen gegen Glyphosat unterstützen also die Artenvielfalt. https://www.campact.de

 

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