„Nach Corona ist vor Corona“

Covid-19 hat die Welt im Würgegriff. Ausgangs- und Kontaktsperren, Gesundheitssysteme vor dem Kollaps, die Wirtschaft beispiellos geschädigt, Millionen Menschen arbeitslos, viele Tote….die Liste der Pandemie bedingten Tragödien ist lang.
Über den Ursprung des Virus besteht Uneinigkeit. War es ein Laborunfall in Wuhan? Das Pangolin oder ein anderes auf chinesischen Wildtiermärkten angebotenes Säugetier?
Klar ist aber, dass es sich bei Covid-19, wie auch schon bei Ebola, Aids, SARS, MERS oder der Vogelgrippe um eine Zoonose handelt, also um eine Infektionskrankheit, die vom Tier auf den Menschen übertragen wird.
Dort wo der Mensch in die Lebensräume von Wildtieren vordringt und deren Lebensräume zerstört, trifft er auf Erreger die unser Immunsystem nicht kennen und die dadurch sehr gefährlich für uns werden können. Umweltzerstörung und Klimawandel begünstigen die Verbreitung von Zoonosen, indem durch die Zerstörung von Ökosystemen, Tiere, Wildtiere und Menschen miteinander in Kontakt kommen, die sich eigentlich nicht hätten begegnen müssen.
Auf Wildtiermärkten wiederum treffen verschiedenste Nutz- und Wildtiere aufeinander, was die Entstehung von Zoonosen ebenfalls begünstigt.
Das alles ist nicht erst seit Dezember 2019, als Wuhan die ersten Infizierten meldete, bekannt. Weshalb aber wiederholen sich solche Epidemien oder Pandemien?
Leider sind Zoonosen nicht die einzige globale Bedrohung von Leben und Gesundheit.
Vielleicht noch bedrohlicher sind die multiresistenten Keime, die unsere, auf Masse ausgerichtete Landwirtschaft hervorbringt. Wichtige Reserve-Antibiotika, also die allerletzten Mittel im Kampf gegen multiresistente Krankenhauskeime, werden in Schweine- oder Hühnerställen oft prophylaktisch eingesetzt, um die dort dicht an dicht eingepferchten Tiere überleben zu lassen. So schafft man eine ideale Brutstätte für multiresistente Keime, Keime die unempfindlich gegenüber den gängigen Antibiotikas sind. Diese wandern dann von den Tieren auf den Menschen. In der Folge können wir irgendwann nicht mehr von dem für uns so selbstverständlichen Gebrauch von Antibiotika profitieren, sondern versterben beispielsweise an einer Zahnentzündung.
Ursächlich für dieses Szenario ist ganz klar die Massentierhaltung. Multiresistente Keime finden sich in Tierställen der Massentierhaltung.
Ich will nicht näher auf dieses Thema eingehen, der Text ist schon zu lang, aber ich denke, dass klar wird worauf ich hinzudeuten versuche.
Wollen wir unsere Gesundheit und die unserer Kinder und Enkelkinder schützen, muss Schluss sein mit dem sorglosen Konsum von dem, was uns im Handel angeboten wird. Weder unsere aktuelle Bundesregierung, noch die Lebensmittelindustrie hat die oben erwähnten Gefahren im Focus. Ihnen geht es vorrangig um Wählerstimmen, Arbeitsplätze, Wettbewerb, Umsatz und Exportzahlen.
Nicht aber um unsere Gesundheit. Mein Eindruck.

Mit Corona, so scheint es, hat sich das geändert. Plötzlich ist die Gesundheit der Bevölkerung der Maßstab aller politischen Aktivität. Und das ist gut.
Corona ist aber nur eine von vielen hässlichen und gefährlichen Antworten auf unsere Lebens – und Konsumgewohnheiten, ein Flächenbrand nach dessen Löschung hoffentlich die Ursachen jedweder Infektionsgeschehen in den Blick genommen werden, sonst war alles nur Symptombekämpfung und die nächste Pandemie steht schon vor der globalen Tür.

Bleibt gesund!

Sylvia Greuel
Sachkundige Bürgerin

Verwandte Artikel