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Recht auf Reparatur

Weg von der Wegwerfgesellschaft!

Kühlschrank, Waschmaschine und Co. gehen immer schneller kaputt und enden als Müll. Die EU will das ändern – mit einem Recht auf Reparatur. Die Bundesregierung muss dafür stimmen, fordert die Initiative “Schraube locker” mit einer Petition auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact. Schon Anfang Dezember fällt diese EU Entscheidung.

Nur wenige Zentimeter misst das Lager einer Waschmaschinentrommel. Doch geht das Kleinteil kaputt, endet oft die ganze Maschine auf dem Schrottplatz. Wegen kleinster Schäden wächst der Müllberg. 1,9 Millionen Tonnen Elektrogeräte werfen wir Deutschen jedes Jahr weg. Viele könnte man reparieren. Aber das wollen die Hersteller nicht – sie profitieren von schnellen Neukäufen. Deshalb gehen die Maschinen immer früher kaputt und Reparaturen werden komplizierter.

Die EU-Kommission will die Verschwendung beenden: Haushaltsgeräte sollen leicht zu reparieren sein. Das würde Ressourcen und Geld sparen. Damit das europaweit zum Gesetz wird, müssen die EU-Länder zustimmen – auch Deutschland. Aber die schwarz-rote Regierung will sich nicht klar für das Gesetz aussprechen. Sie scheut offenbar einen Konflikt mit den Unternehmen. Ohne Deutschlands Unterstützung, droht der Gesetzesentwurf zu scheitern – und schon im Dezember wird abgestimmt. Wir Verbraucher/innen müssen jetzt schnell klarstellen: Wir wollen das Recht auf Reparatur!

Schon mehr als 25.000 Menschen unterstützen diese Petition. Jetzt will “Schraube locker” sie an CDU-Wirtschaftsminister Peter Altmaier in Berlin übergeben. Wir Verbraucher/innen erwarten ein Ende der Weg-werf-kultur!

Schon am 1. Mai meldeten die Nachrichten: Wir Deutschen haben unsere natürlichen Ressourcen für das Jahr 2018 verbraucht. Was wir seitdem produzieren und entsorgen, übersteigt die Kapazitäten unseres Planeten. Würden alle Menschen so viel verbrauchen wie wir, bräuchten wir die Rohstoffe von drei Erden. Wir müssen weniger herstellen, weniger wegwerfen – und viel mehr reparieren.

Mit dem Recht auf Reparatur müssten Hersteller alle wichtigen Bauteile ersetzbar machen, Reparaturanleitungen veröffentlichen und Ersatzteile schnell liefern. Das ist zunächst nur für einige Haushaltsgeräte geplant. Doch stimmen die EU-Länder zu, kommt das Recht später auch für viele andere Produkte – etwa Smartphones, Fernseher und sogar Solaranlagen. Die Abstimmung im Dezember kann der Anfang vom Ende der Wegwerfgesellschaft sein!

Viele andere EU-Länder schauen genau darauf, wie Deutschland sich entscheidet – denn es hat eine starke Stimme in der EU. Ein “Ja” der Bundesregierung kann Länder überzeugen, die noch zweifeln.

PS: 2017 kam heraus: Der Handy-Hersteller Apple reduzierte gezielt die Leistung älterer Smartphones, damit Kunden neue kaufen.Wir sagen: Schluss mit dieser Wegwerfgesellschaft!

Eine gute Hilfe zur Selbsthilfe stellen die Repair-Cafe´s dar, die in vielen Orten betrieben werden.

Wir wünschen Ihnen ein Reparatur freies Wochenende!

Gunter Gallasch

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