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SoLawi – Was ist das?

Die Solidarische Landwirtschaft (SoLawi) ist eine Wirtschaftsgemeinschaft zwischen Privathaushalten und einem oder mehreren landwirtschaftlichen Betrieben mit dem Ziel, den Lebensraum für Pflanze, Tier und Mensch langfristig zu erhalten. Im englischen gibt es dafür den Begriff “Community Supported Agriculture (CSA)“– gemeinschaftlich unterstützte Landwirtschaft.

Solidarisch ist das Modell einerseits durch ein partnerschaftliches Verhältnis zum Landwirt. Wir teilen uns die Kosten, die Ernte und auch das Risiko. Die Gemeinschaft verpflichtet sich, jeweils für ein Jahr einen bestimmten Betrag an den Landwirt zu zahlen und erhält dafür den entsprechenden Anteil seiner Ernte: frische, gesunde Lebensmittel der jeweiligen Saison. Im Unterschied zur Gemüse-Abo-Kiste möchten wir nichts zukaufen, sondern uns auf das beschränken, was tatsächlich auf der Fläche wächst. Die Verbraucher übernehmen dafür anteilig die SoLawi-Betriebskosten und Investitionen, sie tragen zu fairen Löhnen für den Landwirt und seine Mitarbeiter bei. Der Betrieb hat also ein gesichertes Einkommen und muss weniger Zeit in die Vermarktung investieren. Die Garantie für die Abnahme seiner Produkte macht ihn unabhängiger von Marktstrukturen, Großhandelspreisen und Fördergeldern.

Die Gemeinschaft übernimmt auch praktische Aufgaben, z. B. bei der wöchentlichen Verteilung an die örtlichen Depots und unterstützt bei Arbeitsspitzen ggf. auch die landwirtschaftliche Produktion.

Solidarisch ist die Gemeinschaft auch untereinander. Jedes Mitglied zahlt so viel wie es kann, so dass auch Menschen mit niedrigerem Einkommen bei der SoLawi mitmachen können. Die Mitgliedsbeiträge werden in einer jährlichen Bieterrunde neu festgelegt.

Wir können die Marktstrukturen nicht ändern – aber als Verbraucher darüber entscheiden, wie wir unser Geld ausgeben und wen wir damit fördern!

Wir über uns – Selbstverständnis

Jeden Tag gehen in Deutschland durchschnittlich 70 Hektar wertvolles Ackerland durch Baumaßnahmen verloren, das sind etwa 70 große Fußballfelder. Immer mehr Bauern geben auf, und immer mehr Lebensmittel müssen importiert werden. Auch im Bio-Bereich: Jeder zweite Bio-Apfel und jede zweite Bio-Möhre kommen inzwischen aus dem Ausland. Das ist unsinnig, gefährdet die regionale Lebensmittelversorgung und ist fatal fürs Klima. Das wollen wir hier vor Ort ändern!

Wir möchten:

  • die bäuerliche Landwirtschaft in unserer Region stärken und für nachfolgende Generationen erhalten
  • gesunde Nahrungsmittel aus ökologischem Landbau Stadt nah erzeugen, plastikfrei transportieren und umweltfreundlich verteilen
  • unseren ökologischen Fußabdruck verringern und damit auch CO², Verpackungsmüll und Energieverbrauch reduzieren
  • unseren Beitrag leisten zur Unabhängigkeit von Nahrungsmittelimporten, Marktstrukturen und Agrarkonzernen
  • Nutzpflanzen – und Nutztiervielfalt erhalten und fördern
  • Spaß in der Gemeinschaft haben
  • ein positives Beispiel geben für weitere SoLawis in Bonn und Umgebung

Wir legen mehr Wert auf eine ökologische, nachhaltige und sozial gerechte Lebensmittelproduktion als auf einen möglichst großen Ertrag!

Die Solidarische Landwirtschaft Bonn (SoLawi) ist Teil der Transition-Town-Initiative Bonn www.bonn-im-wandel.de

 

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