Unser Wald für den Klimaschutz

Borkenkäfer-Schäden

Der Wald hat neben der Holznutzung eine besondere Bedeutung für den Klimaschutz, die Gesundheitsvorsorge, die Biodiversität und das Leben der Menschen im bevölkerungsreichen Privatwaldland Nordrhein-Westfalen: Ein gesunder und lebensfähiger Wald ist Lebensraum für  eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt, gefragter Freizeit- und Erholungsraum, Raum für nachhaltiges Wirtschaften, Rohstofflieferant für die verschiedensten Verwendungen, Kohlenstoff-Speicher und nicht zuletzt Landschaftsbild, Heimat und Kulturerbe. Der Schutz der Vitalität des nordrhein-westfälischen Waldes und seine nachhaltige und umweltfreundliche Waldbewirtschaftung sind gelebte Praxis. Dabei schafft er Arbeitsplätze im ländlichen Raum und Einkommen.

In Folge des fortschreitenden anthropogen verursachten Klimawandels ist der Wald durch Ereignisse wie Dürre, Stürme und Starkregen bedroht. Hinzu kommen Sekundärschäden wie zum Beispiel ein starker Borkenkäferbefall bei der Fichte oder Dürreschäden bei der Buche.

Ökologisch haben Borkenkäfer aber durchaus ihre Berechtigung, den Begriff „Schädling“ kennt die Natur nicht. So sorgen Borkenkäfer dafür, dass kränkliche Bäume Platz machen für gesunde; sie sorgen dafür, dass lichtbedürftige Pionier-Arten große Freiflächen finden und sie sorgen dafür, dass Fichten nur dort vorkommen, wo sie dauerhaft große Fitness entwickeln können.

Der Waldzustand in Nordrhein-Westfalen hat sich weiter verschlechtert. Nur etwa jeder fünfte Baum in Nordrhein-Westfalen weist keine Schäden 19 % (59 % in 1984) auf . Zu diesem Ergebnis kommt der Waldzustandsbericht 2019. Bei der aktuellen Erhebung wurde bei 42 % der Bäume eine deutliche Kronenverlichtung festgestellt (10 Prozent in 1984), schwache Schäden mit 39 Prozent (31 % in 1984).

Die Waldbesitzenden aus Staat, Kommunen und Privaten sowie alle Partner der Forst- und Holzwirtschaft stehen vor großen Herausforderungen, deren Bewältigung noch einen sehr langen Zeitraum in Anspruch nehmen wird.

Neben der weltweiten Reduzierung der Treibhausgase und der akuten Schadensbewältigung stellt die Anpassung der Wälder an den Klimawandel eine zentrale Aufgabe dar, die heute im Interesse künftiger Generationen bewältigt werden muss. Private und kommunale Waldbesitzende, deren Waldflächenanteil über 84 % in Nordrhein-Westfalen ausmachen, benötigen für den konkreten Waldumbau eine gesamtgesellschaftliche Solidarität und vielfältige Unterstützung. Insbesondere die finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten kleinerer privater Forstbetriebe stoßen hierbei an ihre Grenzen.

Im Forstamtsbezirk sind insg. ca. 2.000.000 Festmeter (FM) Fichtenholz vom Borkenkäfer befallen. Hiervon entfallen geschätzte 60.000-100.000 FM auf unser Gemeindegebiet. Der für uns zuständige Revierförster Mario Muß gibt den Waldbesitzern eine fachliche Beratung , hier insbesondere denjenigen, die Mitglied in der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Neunkirchen-Seelscheid sind. Die Gemeinde ist mit einer Fläche von ca. 30 ha Waldbesitz ebenfalls Mitglied der FBG.

Die Vermarktung des Holzes erfolgt für die FBG zentral über das Rhein-Berg Kontor in Lindlar.

Der Waldbesitz unserer Gemeinde teilt sich in sehr viele Einzelparzellen auf. Große zusammenhängende Fichtenmonokulturen sind nicht darunter. Eine Ausnahme bildet der Hang des Tierparkes zum Eischeider Tal hin. Dort mussten vor 1,5 Jahren leider etliche Fichten eingeschlagen und entsorgt werden. Auf Empfehlung des Forstamtes findet dort eine Naturverjüngung durch natürliche Sukzession statt, so Herr Gladbach Gmd. Verwaltung.

Die Wiederaufforstung von Schadflächen und die langfristige Umstellung auf Klima stabile Wälder – standortgerechte und strukturierte Mischbestände aus überwiegend heimischen Baumarten – sind eine dringende Aufgabe.

Viele nützliche Informationen zum Wald sind unter Waldinfo.NRW online für jedermann verfügbar.

Bleiben sie gesund, erholen sie sich bei einem geruhsamen Waldspaziergang.

Gunter Gallasch

Stellv. Fraktionsvorsitz

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