Verleihung des kommunalen Klimaschutzpreises

Innogy SE ändert Regularien

Beim Treffen der Bewertungskommission zur Vergabe des Klimaschutzpreises Neunkirchen-Seelscheid trafen sich am Montag, 17.07.2017 Vertreter der einzelnen Parteien zusammen mit der Umweltschutzbeauftagten Christa Klein, dem Beigeordneten Klaus Märzhäuser und der Innogy-Beautragten Frau Schlüter unter Leitung von Bürgermeisterin Nicole Sander.

Wie in den Vorjahren auch, wurden von Innogy wieder 2.500 € Gesamtpreisgeld ausgelobt.

Leider erfuhren die Mitglieder der Jury erst zu diesem Zeitpunkt von der Änderung einiger Regularien zur Preisvergabe, die teilweise sogar im Widerspruch zum Ausschreibungstext stehen.

So dürfen neuerdings Einzelpersonen nicht mehr berücksichtigt werden, wenn deren Projekte nicht öffentlich zugänglich oder nutzbar sind.

Dies führte leider zwangsläufig zum Ausschluss einer rührigen, klimatechnisch vorbildlichen Familie, die bereits viele Jury-Mitglieder zuvor präferiert hatten.

Nach unserer Meinung ist jede klimaschutztechnische Maßnahme im privaten Bereich ein Gewinn für die Allgemeinheit (CO²-Einsparung etc.) – ganz abgesehen von der Vorbildfunktion.

Weiterhin erhalten nun nur noch die ersten drei Gewinner Preise. Früher konnten die Jury-Mitglieder über die Höhe und Staffelung der Preisgelder die einzelnen Vorschläge an die Preiswürdigkeit anpassen.

Ab sofort beträgt die Staffelung für die ersten drei Plätze 1.250 – 750 – 500 €.

Das führte dazu, dass einige sehr lobenswerte Vorschläge und umfangreiche Arbeiten keine Anerkennung fanden, wie z.B. die herausragenden Leistungen des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Neunkirchen. Auch die großen Bemühungen der Schüler der Franziskusschule konnten somit leider nicht gebührend gewürdigt werden.

Wir hoffen, dass der Innogy-KS-Preis durch diese neuen Rahmenbedingungen nicht zu sehr an Attraktivität verliert und sich auch weiterhin viele innovative Klimaschützer*Innen an dem Wettbewerb beteiligen!

Wir wünschen allen Bürgerinnen und Bürgern weiterhin schöne Ferienwochen!

Berthold Gerbracht

Ratsmitglied

www.gruene-fraktion-nk-se.de

Folgenden kritischen Zusatz über Innogy werden wir zu einem späteren Zeitpunkt als eigenen Artikel schreiben:

Kritische Anmerkungen zu Innogy

Wenngleich wir natürlich diese Initiative als Anreiz zu klimabewusstem Verhalten für viele kommunale Gruppen und Vereine grundsätzlich sehr begrüßen, möchten wir andererseits an dieser Stelle nicht verhehlen, dass die Stiftung dieses Preises dem europaweit operierenden Großkonzern RWE offenkundig auch dazu dient, sein stark ramponiertes öffentliches Ansehen aufzupolieren: Stichworte wie Verlängerung der AKW Laufzeiten, rigides Sperren gegen den Kohlestrom- Ausstieg wie auch gegen jegliche weitere Dezentralisierung des Energiemarktes etc. sprechen leider eine ganz und gar nicht klimafreundliche Sprache…

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